Das „erste“ Meereskrokodil

Titelbild: Lebendgroßes Modell des Meereskrokodils Macrospondylus bollensis im Urweltmuseum Hauff.

Ich habe es tatsächlich geschafft hier schon sechs Artikel zu veröffentlichen ohne in irgendeinem davon Meereskrokodile zu erwähnen. Das ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass etwa die Hälfte meiner bisherigen Publikationen und der Großteil meiner noch offenen Projekte von diesen Tieren handelt. Deshalb wird es jetzt höchste Zeit, diesen ausgestorbenen Krokodilen auch in meinem Blog den ihnen verdienten Platz zu geben. Und welche Art wäre als Einführung besser geeignet als Macrospondylus bollensis, das erste der Wissenschaft bekannt gewordene Meereskrokodil?

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„Plesiosaurus“ bavaricus – ein Phantom im Schwarzjura

Titelbild: Halswirbel von „Plesiosaurus“ bavaricus in Vorder- und Untenansicht. Aus Dames (1895).

Ich hatte im vorletzten Jahr das Vergnügen gemeinsam mit meinen Kollegen Sven Sachs (Naturkunde-Museum Bielefeld) und Daniel Madzia (Paläobiologisches Institut Warschau) zwei Arbeiten zu Plesiosauriern aus Süddeutschland zu veröffentlichen. Die Fossilien sind auf den ersten Blick unspektakulär, haben aber einiges zu erzählen.

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Ein (fast) vergessener Plesiosaurier aus Baden-Württemberg

Titelbild: Schwanzwirbel von Trematospondylus macrocephalus in Unteransicht. Foto: Agnes Fatz.

Ich hatte letztes Jahr das Vergnügen gemeinsam mit meinen Kollegen Sven Sachs (Naturkunde-Museum Bielefeld) und Daniel Madzia (Paläobiologisches Institut Warschau) zwei Arbeiten zu Plesiosauriern aus Süddeutschland zu veröffentlichen. Die Fossilien sind auf den ersten Blick unspektakulär, haben aber einiges zu erzählen.

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Reisebericht: Neapel

Wir hatten letztes Jahr ein paar schöne Wochen in Neapel verbracht. Neben Dolce Vita, Maradonna und den Pflichtbesuchen Vesuv und Pompeji hat die Stadt sowohl zoologisch als auch paläontologisch einiges zu bieten.

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Warum haben viele Tiere Öffnungen in ihrer Schläfe? (Teil 3)

Titelbild: 3D Modell des Schädels von Captorhinus aguti, einem urtümlichen Reptil aus dem Perm der USA. Finden sich in ihm mögliche Vorstufen für Schläfenöffnungen? Aus Abel et al. (2022).

In den ersten beiden Teilen (1 & 2) haben wir einen Rundumschlag zur Frage der Schläfenöffnungen gemacht. Wir haben uns sowohl angesehen, wie verschiedene WissenschaftlerInnen versucht haben Ordnung in die Vielfalt der Schläfenöffnungen zu bringen, als auch welche biologischen Gründe dieser Vielfalt zugrunde liegen könnten. Als wahrscheinlich erscheint hier ein Zusammenhang mit der Kiefermuskulatur und der von ihr ausgehenden Kräften. Im dritten und letzten Teil dieser Reihe wollen wir anhand von einer im Rahmen meiner Disseration entstandenen Studie überprüfen, ob wir in einem fossilen Schädel Hinweise zur Entstehung von Schläfenöffnungen finden können.

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Warum haben viele Tiere Öffnungen in ihrer Schläfe? (Teil 2)

Titelbild: 3D Modell des Schädels von Captorhinus aguti in Innenansicht mit Darstellung der äußeren Kiederadduktoren. Aus Abel & Werneburg (2024).

Im vorherigen Teil haben wir gelernt, dass man bei den Landwirbeltieren (Tetrapoden) verschiedene Schädeltypen findet, die sich anhand der Art und Anzahl sogenannter Schläfenöffnungen unterscheiden lassen. Besonders innerhalb der Amnioten, also der gemeinsamen Gruppe aus Säugetieren, Reptilien und Vögeln, wurden oft ganze Verwandtschafsgruppen anhand ihrer Schläfengestalt definiert. So hätten wir beispielsweise die Gruppe der Anapsida ohne Schläfenöffnungen, die Synapsida mit einem Paar seitlicher Öffnungen oder die Diapsida mit je einem Paar an der Seite und oberhalb der Schläfe. Wir haben aber auch gelernt, dass die Realität deutlich komplexer ist und sich ähnliche Schädeltypen wiederholt unabhängig voneinander entwickelt haben. Doch warum ist das so? Warum sehen wir überhaupt diese Schläfenöffnungen? Und warum variieren sie in Art und Anzahl? Darum geht es hier im zweiten Teil.

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Warum haben viele Tiere Öffnungen in ihrer Schläfe? (Teil 1)

Titelbild: Skelett einer Brückenechse (Sphenodon punctatus) in der Paläontologischen Sammlung Tübingen. Deutlich zu sehen die zwei Paar Schläfenöffnungen. Foto: Agnes Fatz

Habt ihr euch die Schädel von Wirbeltieren einmal genauer angesehen? So ein Schädel hat verschiedene Öffnungen, am prominesten davon in der Regel die Augenhöhlen und die Nasenlöcher. Besonders bei Reptilien wie der Brückenechse hier im Titelbild befinden sich oft noch weitere Öffnungen im Bereich der Schläfe. Bei der Brückenechse sind es zwei Paare, eins an der Seite und ein zweites eher in Scheitelnähe. Diese Konstellation mit zwei Paar Schläfenöffnungen nennt man auch „diapsid“ („zwei Knochenbögen“). Die Tiergruppe, bei der dieser Schädeltyp am häufigsten vorkommt heißt entsprechend Diapsida.

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